Schul-Wandkarten

 

Erdkunde. Wer die Schule im vor-digitalen Zeitalter besuchte, kennt die großen Landkarten, die an Kartenständern vor der Klasse hingen. Indem wir uns unsere Umgebung anvertraut machen - durch Fotos, Kunstwerke und eben durch Landkarten -, erweitern wir uns selbst. Wir finden Identität durch verortet sein.
Die geomorphologischen Strukturen der Karte gehen eine innige Verbindung mit dem Motiv ein, das mit der Karte verschmolzen ist, und sind in ihrer Gleichzeitigkeit mehrfach umdeutbar. Flüsse sind Risse oder Adern, Städte sind zugleich Öffnungen, Blüten oder Wunden und bleiben Städte; die Meere werden Himmel, kehren zurück zum Meer-sein, werden Badewasser oder See und sind nach wie vor Meere...
In den bearbeiteten Landkarten findet eine dreifache Verortung statt:
Die äußere über das Finden von bekannten Orten auf der nur noch teilweise sichtbaren Landkarte; die innere über die emotionale Verbindung zu den Schul-Landkarten und den abgebildeten Orten; zum Dritten über die innere Verbindung zu dem Motiv, das nun die Karte durchdringt.