2020: Die Letzten ihrer Art... und die Anderen

 

„Der verlorene Posten ist und bleibt der angestammte Platz des Moralisten - den füllt er aus, so gut er kann. Sei Wahlspruch hieß immer und heißt auch jetzt: Dennoch!“ (Erich Kästner in „Fabian“, 1931)

Corona hat nichts verändert - nach wie vor droht dem Planeten Erde die Unbewohnbarkeit durch Krieg, Gift und Müll. Das Artensterben war vor Corona katastrophal, ist es heute ebenso. Die Ursachen sind bekannt. Ein Mangel an Affinität, ein Übermaß an Gleichgültigkeit. Appelle sind nutzlos bei Gleichgültigkeit. Protest führt nicht zu gesteigerter Affinität, nicht bei Menschen, für die sinnvoller Umgang mit Ressourcen darin besteht, sie auszubeuten. Kunst ändert nichts an grundsätzlichen Haltungen, Kunst ändert nichts an Kurzsichtigkeit.

Dennoch: Wir machen weiter. Wer sollte einen moralischen Standpunkt vertreten, wenn nicht die Künstler?

In diesem Jahr der Widrigkeiten habe ich bisher 250 Tierporträts unter dem Titel „Die Letzten ihrer Art … und die Anderen“ angefertigt, 1001 Tierporträts sind geplant. Erschreckend viele dieser Arten stehen vor dem Aussterben oder sind bereits ausgerottet.

Was Kunst kann: Aufmerksamkeit fokussieren … ästhetische Grundbedürfnisse und die Beschäftigung mit Phänomenen der Gegenwart verbinden. Nur eines kann zum grundsätzlichen Wandel führen: Liebe. Zu den Tieren, dem Leben. Und den Menschen. Dennoch.