Schul-Wandkarten

 

Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Hinter allem, was wir erblicken, gibt es verborgene Pfade, Landschaften und Zeiten; Ereignisse, Blockaden und Ansammlungen von Menschen und Materie. Alles hat verschiedene Ebenen.

Jana Osterhus gelingt es, ihre Werke in einer Weise mit ihrem Mal-Untergrund „Schul-Landkarte“ zu verbinden, dass sich eine neue Einheit ergibt, in die Zeit und Raum offensichtlich und auf den ersten Blick doch oftmals unbemerkt einfließen.

Die Karte vermag unschuldig, privat anmutende Situationen in politische Dimensionen umzudeuten. Das Werk gibt der Karte die Geschichte und und der Geschichte die Bilder.

Diese Verbindung veranlasst die Deutung und die Umdeutung des Gesehenen, die neue Verortung des Gewussten, Bekannten und bereits Gesehenen und befördert die Enthüllung des Unbewussten. Wer den Wegen folgt, hält an längst bekannten Stätten inne, wenn das Werk das Wesen des Weges enthüllt. Folgt man dem Werk, so gerät man auf ungeahnte Pfade, überquert Berge und Flüsse. So halten Zeit und Raum Einzug und erzeugen Vierdimensionalität.

Die Schul-Landkarten von Jana Osterhus sind Zeit-Zeugnisse und reichen zugleich weit über das hinaus, was in der Zeit geschieht.